PSE: DSGVO für Bürger

Projekt Systementwicklung

Im Projekt Systementwicklung bearbeiten Studierende im Team unter praxisnahen Bedingungen eine gegebene Themenstellung aus der Informatik. Inhaltlich arbeitet die Projektgruppe selbständig an aktuellen praxisrelevanten Fragestellungen. Der Dozent nimmt hierbei die Rolle des Auftraggebers / Kunden ein. Gleichzeitig unterstützt er das Team aber, um insbesondere in der Anfangsphase die Weichen richtig zu stellen und das Projekt ins Rollen zu bringen.

In einer Einführungsveranstaltung wird zunächst die Aufgabenstellung dargelegt und die Rahmenbedingungen erläutert. Während des Projekts finden wöchentliche Projektsitzungen statt, in denen die Ergebnisse der vergangenen Woche vorgestellt und die Ziele der kommende(n) Woche(n) festgelegt werden.

Themenstellung

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) garantiert Bürgern weitreichende Datenschutzrechte. Dazu gehören auch die Rechte auf Auskunft, Berichtigung und Vergessenwerden. Allerdings scheitert die praktische Inanspruchnahme dieser Rechte an zwei Problemen: (1) Die Kakophonie unterschiedlicher Schnittstellen und Datenformate, welche die Datenhalter den Bürgern anbieten. (2) Die Bürger wissen nicht wer alles private Daten über sie hat, also an wen Sie sich wenden müssten. Auf der anderen Seite gibt es kleine Unternehmen und Vereine, die Ihren Kunden und Mitgliedern keine automatischen Auskunfts-, Berichtigungs,- und Löschdienste anbieten können. Ihre größte Hürde ist, dass sie keine elektronischen Kundenbeziehungsmanagementsysteme oder IT-Abteilungen haben, die sie dabei unterstützen könnten.

Beide Probleme könnten durch entsprechende Serviceleistungen gelöst werden. Ein Meta-DSGVO-Dashboard (EzP Board), die Bürger dabei unterstützt ihre über zahllose Datenhalter verteilten privaten Daten zu finden und lokal zu verwalten. Ein gehosteter DSGVO-Dienst (EzP Service) mit optionaler Datenhaltung (EzP Valut) für kleine Unternehmen und Vereine, der die entsprechende Datenverwaltung übernimmt.

Ziel des Projektes ist zunächst die Erstellung eines minimalistischen Prototyps des EzP Board und zugehöriger EzP DB mit deutlich eingeschränktem Funktionsumfang. Andere hier gezeigte Komponenten werden erst in späteren Ausbaustufen einbezogen. Der Prototyp soll zunächst nur als Demo auf einem Standard-PC lauffähig sein, insbesondere eine Ausprägung als Mobile-App ist z.Zt. nicht notwendig. Die minimalen Anforderungen an den Prototyp sind:

  • Einheitliche Anzeige weniger ausgewählter Datenfelder (z.B. Name, Adresse).
  • Einheitliche Ausführung weniger ausgewählter Aktionen (z.B. Berichtigen, Löschen).
  • Anbindung an die API weniger ausgewählter Datenhalter (z.B. Google, Amazon).
  • Möglichkeit zur Anbindung weiterer Datenhalter über das EzP Board.
  • Lokale Speicherung (von Teilen) der abgefragten Daten.
  • Zentrale Verwaltung der Datenhalter APIs und Datenformate in der EzP DB.
  • Graphische Benutzeroberfläche.
  • Modularer, erweiterbarer Code zur späteren Anreicherung um erweiterte oder neue Features.

Der konkrete Umfang und die Ausbaustufe des Projekts hängen unter Anderem von der Teamgröße (Teilnehmerzahl) und den technischen Möglichkeiten ab.

Als Vorgehensmodell für agile Systementwicklung soll Scrum zum Einsatz kommen. Es werden die üblichen Entwicklungstools eingesetzt, vorzugsweise solche, die bereits am Fachbereich vorhanden sind z.B. GIT Repository, Scrum-Board, etc. Es ist geplant das Projekt in zukünftigen Veranstaltungen weiterzuführen. Das Projekt steht unter der MIT Lizenz.

Für weitere Fragen zum Projekt kontaktieren Sie uns gerne per Email.

Prof. Dr. A. Wiesmaier
Hochschule Darmstadt

Kontakt

Prof. Dr. Alexander Wiesmaier

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Alexander Wiesmaier